20160722

Franz Joseph und seine Familie – Ein Kaiser blickt zurück


10. September 1916: 18 Jahre ist seine geliebte Sisi schon tot, und noch immer zieht es den greisen Kaiser in die Kapuzinergruft, dorthin, wo er seinen Lieben nahe zu sein glaubt. Seit zwei Jahren tobt der Erste Weltkrieg, der Fortbestand des Habsburgerreiches steht auf dem Spiel. Er ist müde, der Kaiser, krank und sehr ehrlich zu sich selbst - er reflektiert über seine vielen falschen Entscheidungen, über seine Kleinkrämerei, über seine missglückte Ehe und seine Härte und Kälte gegenüber seinen Kindern. Auch an die vielen Erzherzöge, die aus dem Kaiserhaus ausgestiegen sind, denkt er, an den von ihm so wenig geliebten Franz Ferdinand, an Ministerpräsident Taaffe, an Kaiser Wilhelm und Zar Nikolaus ...

Die Bilanz über seine 70 Jahre dauernde Regierungszeit fällt ernüchternd aus, viele seiner Gedanken kreisen um das "Was wäre gewesen, wenn ...."

Sigrid-Maria Größing lässt in diesem Buch Kaiser Franz Joseph I selbst zu Wort kommen. Damit gelingt ihr eine grandiose Zusammenfassung dieses langen Herrscherlebens mit den Schilderungen von Krieg und Frieden, aber auch mit all seinen persönlichen Höhen und Tiefen.






Sigrid-Maria Größing
Franz Joseph und seine Familie
Ein Kaiser blickt zurück

Zahlreiche S/W Abbildungen, Stammbaum
ISBN 978-3-8000-7656-7
208 Seiten
Preis 19,99 EUR

Erscheint am 5. September 2016

www.ueberreuter-sachbuch.at


"Die Stunden in der Kapuzinergruft waren für ihn seit Jahren Momente der inneren Einkehr, in denen er viele Stationen seines langen Lebens Revue passieren ließ. Er geriet dabei fast in einen Schwebezustand zwischen Sein und Nichtsein, zwischen Leben und Tod. Manchmal fragte er sich, ob es wohl allen betagten Menschen so erging wie ihm, dass vieles, was er erlebt hatte, ihm plötzlich vor Augen stand, als wäre es gestern gewesen. Wenn er aber dann glaubte, Vergangenes endlich klar sehen zu können, verschwanden die Erinnerungen im Grau des Vergessens. Hier in der Gruft waren sie alle wieder lebendig, die Vorfahren, von denen er manchmal nur die Namen kannte: die berühmte Ururgroßmutter Maria Theresia, der Großvater Franz mit seinen vier Ehefrauen, der unglückliche kranke Onkel Ferdinand, seine geliebten Eltern … Sie alle hatten hier ihren Stammplatz, denn für sie als Habsburger war vor Jahrhunderten diese letzte Ruhestätte gebaut worden."




(Copyright: Photo Gebhart)


Sigrid-Maria Größing, geboren in Bayern, studierte Geschichte und Germanistik in Wien und Salzburg. Veröffentlichung von 27 Büchern, vor allem auf dem Gebiet der Geschichte des Hauses Habsburg, übersetzt in acht Sprachen.