20160217

„Stein für Stein“ von Batya Gur

Berlin Verlag, 318 Seiten.

Mit ihren literarisch-intelligenten Krimis hat sich die Autorin Batya Gur bereits den Ruf einer Weltklasse-Autorin erschrieben. In ihrem Roman geht es um Mord, allerdings um einen Mord, der von offiziellen Stellen nicht als solcher anerkannt wird.

Die Geschichte beginnt in einer landwirtschaftlichen Siedlung. Hier beobachtet der russische Emigrant Boris Tabaschnik Nacht für Nacht eine nicht mehr junge Frau, die sich auf den Weg zum Friedhof macht. Rachela Avnis Sohn ist beim Militär umgekommen. Die Trauer um ihn bestimmt fortan das Leben seiner Mutter. Auf dem Grabstein Amir Melets steht der Satz „Gefallen in der Erfüllung seiner Pflicht“. Für Rachela ist dieser Satz ein Grund, den Grabstein in die Luft zu sprengen. Schließlich ist ihr Sohn bei einem grausamen Spiel, einer Variante des russischen Roulettes, ums Leben gekommen. Shulamit will diese Schönfärberei nicht hinnehmen und kämpft beharrlich um die gerichtliche Aufklärung der Umstände, die zum Tod ihres Sohnes führten.

„Stein für Stein“ ist ein Roman, der auf Fakten beruht. Batya Gur stützt sich dabei auf Angaben, die über diesen Fall in der israelischen Presse veröffentlicht wurden. Eine beklemmende, mitunter aber leider etwas langatmige Geschichte rund um einen sinnlosen Tod, für den niemand die Verantwortung übernehmen will.

Bewertung: 6 Punkte (Maximum: 10 Punkte)

Außerdem erschienen von Batya Gur: Denn am Sabbat sollst du ruhen


israelicher Krimi