20160216

Ferenc Barnás - Der Neunte

Nein, ein gutes Leben hat er nicht gehabt, der neunte Sohn einer ungarischen Familie. Ferenc Barnás lässt in seinem Roman "Der Neunte" den neunjährigen namenlosen Buben das Jahr 1968 erzählen - vom Vater, einem ehemaligen Offizier, der heimlich mit Rosenkränzen handelt, um das Einkommen der Familie aufzubessern, von den Schwestern und Brüdern, die in ihrer Freizeit diese Rosenkränze herstellen müssen, von der Mutter mit ihrer verschrobenen katholischen Spiritualität, und von dem großen Haus, das die Eltern bauen, in das sie aber nie einziehen werden. Da ist dann noch der Pfarrer, der mit Sünden-Grafiken handelt, die kommunisitische Baubrigade, der dichtende Redakteur einer katholischen Zeitung, die gut riechende Lehrerin und die Mitschüler, bedrohlich und verlockend zugleich.

"Der Neunte" ist aber nicht nur die packende Geschichte einer facettenreichen Familie in bitterer Armut, es ist auch das Bild von osteuropäischen Daseins- und Überlebenskämpfen im Kádár-Ungarn. Ferenc Barnás schildert dieses harte Leben in einer klaren, schonungslosen Sprache, hinter der immer wieder eine verhaltene Poesie voll Schmerz, Liebe und Sehnsucht hervorkommt.

"Der Neunte" ist das erste Werk von Ferenc Barnás, das in deutscher Übersetzung vorliegt - und einmal mehr ist dem Nischen Verlag für die Gelegenheit zu danken, einen neuen und bemerkenswerten ungarischen Autor kennenlernen zu können.





Ferenc Barnás
Der Neunte
ca. 220 Seiten
Format 130x204
Gebunden mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-9503906-0-5
Aus dem Ungarischen von Éva Zádor
www.nischenverlag.at





Ferenc Barnás
wurde 1959 in Debrecen geboren. Er studierte Literatur und Ästhetik in Debrecen, Budapest und München, unterrichtete an verschiedenen Gymnasien sowie an der Budapester Universität. Er lebt und arbeitet in Budapest. Seine Werke sind in mehrere Sprachen übersetzt worden und wurden in Ungarn vielfach ausgezeichnet, im deutschen Sprachraum gilt es sie noch zu entdecken.





Ferenc Barnás