20160217

Andrej Kurkow lädt zum Picknick auf dem Eis

Andrej Kurkow
Picknick auf dem Eis
Diogenes, 287 Seiten.

Sein Leben ist blass und trostlos, ohne „bunte Tupfer und Emotionen“, ohne „freudiges Dahinplätschern“ der Seele und ohne Begeisterung. Viktor lebt alleine. Er hat kein Glück mit Frauen, die wie Phantome in sein Leben treten und früher oder später wieder daraus verschwinden. Jetzt teilt Viktor seine Wohnung und seine Einsamkeit mit Mischa, einem Königspinguin, den der Kiewer Zoo nicht mehr ernähren konnte. Eines Tages erhält der erfolglose Romanschriftsteller ein verlockendes Jobangebot: Viktor wird zum Nekrologen einer großen Tageszeitung bestellt. Er schreibt die Nachrufe berühmter Zeitgenossen, die allerdings alle noch unter den Lebenden weilen. Nebenbei erledigt Viktor Privataufträge für einen Bekannten des Chefredakteurs, der sich als kleiner Gauner entpuppt. „Picknick auf dem Eis“ ist eine ungewöhnliche Erzählung über ein seltsames Leben in einem seltsamen Land. „Der Pinguin bin ich“ stellt Viktor am Ende des Buches fest. Er waltet noch ein letztes Mal seines Amtes, schreibt seinen eigenen Nachruf und macht sich auf den Weg in die Antarktis.



Buchtipp Andrej Kurkow