20160217

Die 60er Jahre meisterhaft eingefangen von James Salter

James Salter: "Ein Spiel und ein Zeitvertreib"
Berlin Verlag, 217 Seiten

James Salter erntete begeisterte Kritiken für seinen Roman „Lichtjahre“. Im Windschatten dieses Erfolgs veröffentlichte der deutsche Verlag des US-amerikanischen Autors eine Erzählung Salters aus den 60er Jahren. Die erstmals auf Deutsch publizierte Geschichte entführt den Leser in die französische Provinz und läßt ihn dort eine etwas langatmige, träge dahinfließende Liebesgeschichte erleben. Phillip Dean, ein orientierungsloser junger Amerikaner, verliebt sich in einem kleinen französischen Provinzstädtchen in die 18jährige Anne-Marie. Die Hotelangestellte und der Amerikaner aus reichem Haus erleben einen Winter und einen Frühling miteinander und trennen sich schließlich, als Phillip das Geld ausgeht. Anne-Marie heiratet einen anderen; Dean kommt bei einem Autounfall ums Leben. Was zwischen den beiden passiert, wird aus der Perspektive eines Dritten berichtet. Der Ich-Erzähler ist ein Freund Phillips. Er beobachtet die Liebesgeschichte mit einer Mischung aus Neugier, Voyeurismus und Neid.

Von der Eleganz und der Erzählkunst, mit der Salter uns in den „Lichtjahren“ verzauberte, ist in diesem Roman kaum etwas zu spüren. Mitunter scheint die Geschichte beinahe zu erstarren. Die Figuren wirken oft wie leblose Marionetten, die an allzu gut sichtbaren Fäden durch die Handlung gezerrt werden.


Buch über die 60er Jahre