20160218

Mit Toni Morrison ins "Paradies"

Toni Morrison: "Paradies"
Rowohlt, 494 Seiten.

„Paradies“ ist ein Meisterwerk, mit dem Morrison die hohen Erwartungen, die nach der Verleihung des Literaturpreises in sie gesetzt wurden, mehr als erfüllt hatte. Schauplatz der perfekt inszenierten Geschehnisse ist Ruby, eine fiktive, nur von Schwarzen bewohnte Stadt im Herzen Oklahomas. Eine Stadt, die kein Gefängnis braucht und in der keiner Angst haben muss, angegriffen und verletzt zu werden. Ein kleines Paradies, das plötzlich keines mehr ist: Geschlechtskrankheiten, aggressiv zuschlagende Kids, Schießereien, die Geburt mehrerer behinderter Kinder und das mysteriöse Verschwinden von Dorfbewohnern zerstören jäh die Idylle. Die ehrenwerten Bewohner Rubys glauben auch zu wissen, wer die Schuld an diesen schrecklichen Vorfällen trägt: vier junge Frauen. Außenseiterinnen, die ein ehemaliges Kloster in der Nähe des Ortes bewohnen. An einem frühen Morgen des Jahres 1976 machen sich neun Bewohner der Stadt auf den Weg, um unerbittlich Rache zu üben.

Morrison jongliert gekonnt zwischen verschiedenen Zeitebenen. Vom Ende des 19. Jahrhunderts bis Mitte der 70er Jahre erweckt sie die Bewohner Rubys und ihre Vorfahren fachkundig zum Leben. Eine faszinierende Geschichte und ein wunderschönes Buch.

Buch Toni Morrison