20160224

Stalins Säbel: ein Buch von Ivan Ivanji

Da schreibt ein Literat einen Krimi, der es in sich hat:
STALINS SÄBEL ist der Titel des Buches, der Autor ist Ivan Ivanji, der große jüdisch-serbische Erzähler.

Die reale Vorgeschichte des Buchs:
Stalin schenkte Tito als Auszeichnung für die Verdienste im Kampf gegen den Faschismus einen Säbel, der mit 260 Brillanten und anderen Edelsteinen geschmückt war.
Lange Zeit galt dieser Säbel als verschwunden, tauchte dann aber in einem Depot der Garde in Belgrad wieder auf und kann heute von Zeit zu Zeit im Museum der jugoslawischen Geschichte besichtigt werden.

Das Buch:
Stalins Säbel wird von Gardeoffizieren aus dem unterirdischen Depot bei Titos Anwesen gestohlen und soll unter der Hand einem saudischen Prinzen verkauft werden. Dass dieser Prinz ein Verwandter von Osama Bin Laden ist, sei nur am Rande vermerkt.
Dann gibt es noch Micha Boch, den früheren Geheimdienstoffizier, der jetzt in Belgrad eine Detektei betreibt, spezialisiert auf Kunstraub. Dass seine Beziehungen zum serbischen Geheimdienst ebenso gut sind wie die zum Mossad, ist bei manchen Aufträgen sehr hilfreich.
Auf einer anderen Ebene agiert Achilles Malic, genannt Aki, ein Gangsterboss, der sich bald nicht mehr nur mit Prostitution und Menschenhandel abgeben will, nein, er strebt nach den Sternen. Im wahrsten Sinn des Wortes.
Und wir lernen einen Wissenschaftler kennen, den 1856 geborenen Serben Nikola Tesla, der einer der genialsten Köpfe und Visionäre der Physik war, er konnte Blitze künstlich herstellen, entdeckte das Prinzip des Drehstrommotors, errichtet 1902 auf Long Island einen der ersten Radiosender und berechnete sog. Todesstrahlen. Er stirbt 1943 verarmt in New York. Auf ihn wird der 1960 im Banat geborene Ivan Pein, ebenfalls ein brillanter junger Physiker, aufmerksam, er findet Teslas Notizbücher und entziffert die Formeln ....
Kein Krimi ohne schöne Frauen: die Wienerin Isa, die Russin Natascha, die Agentin Monique ....
Wie diese Elemente zusammenhängen, sei nicht verraten. Dieses Buch ist ein Kriminal-Roman im besten Sinn des Wortes, spannend, lehrreich, und sehr gut geschrieben.

Das Buch über STALINS SÄBEL ist erstmals 2008 in Serbien erschienen, Ivanji hat das Buch jetzt nochmals neu auf Deutsch geschrieben. Bekanntlich war Ivan Ivanji 20 Jahre lang Dolmetscher Titos und hat sich als Übersetzer aus dem Serbischen ins Deutsche ebenso einen Namen gemacht wie er Werke von Günter Grass, Heinrich Böll, Bertold Brecht u.a. ins Serbische übertragen hat.





Ivan Ivanji
Buch: Stalins Säbel

ISBN: 978-3-99029-178-8
ca. 250 Seiten, wtb 023
EUR 14,95

www.wieser-verlag.com






Ivan Ivanji: Geboren am 24. Januar 1929 in Zrenjanin in einer jüdischen Ärztefamilie. Verhaftet in Novi Sad und von März 1944 bis April 1945 in den Konzentrationslagern Auschwitz, Buchenwald und Arbeitskommandos von Buchenwald. Journalist, Verlagslektor, Dramaturg und Direktor mehrerer Belgrader Theater, von 1974 bis 1978 Botschaftsrat Jugoslawiens in Bonn. Von 1982 bis 1988 Generalsekretär des jugoslawischen Schriftstellerverbandes. Veröffentlicht seit 1951 zuerst auf Serbisch, danach auch auf Deutsch. Zwanzig Jahre lang war er Dolmetscher Titos und nahm an wichtigen Gipfelkonferenzen der Blockfreien teil. Aus dem Deutschen ins Serbische hat er, unter anderem, Werke von Günter Grass, Heinrich Böll, Bertolt Brecht, Milo Dor, aus dem Serbischen ins Deutsche Danilo Kiš, David Albahari u. a. übersetzt. Zuletzt bei Wieser: Kaiser Konstantin (wtb 001), 2014; Mein Loibl/Moj Ljubelj (ultramarin 002), 2014.


Buch über Stalin