20150218

Edith Kneifl - Ende der Vorstellung

Edith Kneifl
Ende der Vorstellung
Verlag Hoffmann und Campe, 255 Seiten.

In den „Karpfinger Lichtspielen“ wird nicht nur auf der Leinwand gemordet. Mehrere alte Männer sterben auf grauenvolle Weise in dem auf alte Krimis spezialisierten Vorstadtkino. Der Kinobesitzerin Hermine K. ist das gar nicht recht und so beschließt sie, den Mörder auf eigene Faust zu entlarven. Schorschi, Oberkellner im Cafe „Nachtlberger“ und glühender Verehrer Hermines, wird zum unfreiwilligen Helfer bei der Mörderhatz.

Die kluge Frau K. findet natürlich den Mörder; der Leser schaut verständnislos drein - auch wenn oder gerade weil er Ähnliches schon mal bei Agatha Christie gelesen hat. In der Welt des 14. Wiener Gemeindebezirks erscheint das bei Christie so plausible Mordmotiv allerdings unglaubwürdig und an den Haaren herbeigezogen.

Die raffinierte - fast könnte man sagen kultivierte - englische Art des Mordens paßt einfach nicht in die Hütteldorfer Welt der Schurlis und Schorschis. Edith Kneifls Romanhelden haben es ohnehin schon schwer genug, uns zu überzeugen. Sie treten zwar allesamt als „echte“ Wiener auf, wirken aber trotz ihres Vorstadtcharmes leblos, stereotyp und langweilig.