20150217

Dacia Maraini: "Stimmen"

Dacia Maraini: "Stimmen"
Stimmen
Verlag Piper, 407 Seiten.

Dacia Maraini beschreibt Stimmen: Sie klingen verletzlich, rauh, vertrauensvoll, brüchig, unsicher, belebt oder wild entschlossen und gehören den Freunden und Angehörigen eines Mordopfers. Aufgezeichnet werden sie von der Radiojournalistin Michela Canova. Sie hat die Tote gekannt und interessiert sich auch beruflich für den mysteriösen Mordfall. Für ihre Sendereihe über „Gewalt gegen Frauen“ geht Michela auf Stimmenfang und gerät dabei unmerklich in ein Netz von Halbwahrheiten und gegenseitigen Beschuldigungen. Je weiter sie sich bei ihren „Privatermittlungen“ vortastet, umso schwerer wird es für sie, zwischen Opfer und Täter, zwischen Lüge und Wahrheit zu unterscheiden. Auch nach der Lösung des Falles bleiben Unsicherheit und Zweifel.

Dacia Maraini arbeitet nicht nur mit Stimmen, sondern auch mit Farben: Die hellblauen Turnschuhe der Ermordeten, das kirschrote Auto der Journalistin Michela Canova und andere „Farbtupfer“ begleiten uns durch die gesamte Geschichte. Leider verliert Marainis Farbenspiel schnell seinen Reiz. Die ständig wiederkehrenden Bilder nutzen sich ab, werden stereotyp und langweilig. Alles in allem kein wirklich fesselndes Buch, mit dem die Autorin auf ein wichtiges Thema, der Gewalt an Frauen, aufmerksam machen wollte.