20150217

Astrid Paprotta: "Mimikry"

Astrid Paprotta: "Mimikry"
Eichborn, 373 Seiten.

Die Kommissarin Ina Henkel steht vor einem Rätsel. Wer hat Julia Bischof umgebracht? Warum musste diese einsame, zurückgezogen lebende Frau sterben? Und was hat der Talkmaster Gabriel Mosbach, der eine verblüffende Ähnlichkeit mit einem real existierenden Kollegen aufweist, mit der ganzen Sache zu tun? Doch Julia ist nicht das einzige Opfer. Noch mehr Menschen sterben eines gewaltsamen Todes. Alle Todesopfer kämpften mit psychischen Problemen und alle waren in Gabriels Talkshow zu Gast.

Zwei gegensätzliche Frauentypen treiben die Handlung in Paprottas Großstadt-Thriller voran: Ina, die selbstbewusste Kommissarin, die sich von niemandem auf der Nase herumtanzen lässt, bildet den Kontrast zu Biggi, der verschüchterten, unsicheren und unter ständigen Selbstzweifeln leidenden Assistentin Mosbachs.

Im Spannungsfeld zwischen diesen beiden Frauen entwickelt sich die Geschichte und beeindruckt dabei vor allem durch die tiefen und beklemmenden Blicke in die seelischen Abgründe der Protagonisten. Weniger beeindruckend ist die Klärung der Mordserie am Schluss des Buches, bei der es der Kommissarin beinahe selbst an den Kragen geht. Leider wirken weder der Mörder noch sein Motiv besonders überzeugend.