20141029

Reise nach Jerusalem

Drei ungarische Schriftsteller auf Entdeckungsreise in Israel

“Eigentlich sind die Ungarn wie die Juden ein versprengtes Volk. Ein Volk das immer wieder unterworfen und entrechtet wurde, aber nicht aufgab, wie die Juden… Sie übten sich in der Kunst des Überlebens.“
(Horst Krüger)


Péter Esterházy, György Konrád und György Spiró sind drei herausragende, auch international angesehene ungarische Schriftsteller, die sich immer wieder mit den großen Fragen und Tabus der ungarischen Geschcihte in ihren Novellen und Romanen, in ihren Stücken und Essays beschäftigen. Und diese drei Autoren wurden zur Jerusalemer Buchmesse eingeladen.

Nun ist Isarel ein besonderer Platz für alle drei - für den katholischen Aristokraten Esterházy ebenso wie für die beiden Juden Konrád und Spiró. Das gelobte Land als Schauplatz für Reflexionen - über die Frage der Herkunft und der Zugehörigkeit, der Problematik als schreibender jüdischer Ungar oder als schreibender Jude in Ungarn, oder für Péter Esterházy auf Spurensuche nach dem Israel vor 2000 Jahren.

Die ungarnstämmige Professorin der University of California, Marianna D. Birnbaum, hat in der Folge Gespräche mit den drei Autoren über ihre Reise, ihre Erfahrungen und Erkenntnisse geführt, herausgekommen ist ein in mancher Hinsicht einzigartiges Buch über die Ungarn, ein Kompendium von klugen Gedanken, die ohne Tabus Jahrhunderte und Welten umspannen, in Israel und in Ungarn auch.





www.nischenverlag.at
Marianna D. Birnbaum
Esterházy, Konrád, Spiró in Jerusalem
Aus dem Ungarischen von Péter Bognár / 144 Seiten
Gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-9503345-7-9
€ 16,80




György Konrád,
1933 in Debrecen geboren, überlebte den ungarischen Holocaust als Kind in Budapest. Als führender intellektueller Regimegegner wurde er als Student, Stadtsoziologe und Schriftsteller vom kommunistischen Regime stets verfolgt und mit Reise- und Publikationsverbot belegt. Er zählte vor der Wende zu den auch weltweit angesehenen Regimekritikern. Seine Romane und Essaybände wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Er war 1990-1993 Präsident des Internationalen PEN und 1997-2003 Präsident der Akademie der Künste in Berlin. Er ist Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels (1991) und des Internationalen Karlspreises zu Aachen (2001).
Konrad ist einer der schärfsten Kritiker der Regierung Orbán seit 2010.





Péter Esterházy,
der international bekannteste Schriftsteller Ungarns, wurde 1950 in Budapest als Sohn einer alten ungarischen Adelsfamilie geboren. Das kommunistische Regime hat die Familie enteignet und 1951 zwangsumgesiedelt. Nach der Matura schloss er an der Budapester Universität ein Studium der Mathematik ab und arbeitete (1974-1978) als EDV-Fachmann. Nach einer Reihe von eindrucksvollen Romanen erschien 2010 sein Hauptwerk, die Familienchronik „Harmonia Caelestis“. Er erhielt zahlreiche nationale und internationale Preise und Ehrungen, u. a. 2004 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Seine Bücher sind in nahezu alle Weltsprachen übersetzt.





György Spiró,
geboren 1946 in Budapest, ist einer der erfolgreichsten ungarischen Dramatiker und zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen Schriftstellern Ungarns. Seine zwei Dutzend sozialkritischen Dramen und hintergründigen Komödien waren große Publikumserfolge im In- und Ausland.
Zugleich ist Spiró, bis vor Kurzem Professor für Literatur an der Budapester Eötvös Loránd Universität, auch als Autor beachtlicher Romane und Novellen hoch angesehen. Mit vielen Literatur- und Theaterpreisen ausgezeichnet, gilt Spiró, der Romancier und Dramatiker, Theaterdirektor und Literaturwissenschaftler, Hörspielautor und Kritiker, als eine universelle Ausnahmefigur im ungarischen Kulturleben. Die ersten und bisher einzigen deutschsprachigen Übersetzungen seiner Werke erschienen 2012 („Der Verruf“) und 2013 („Träume und Spuren“) im Nischen Verlag.