20121106

Eugen Adelsmayer: Von einem der auszog...

Eugen Adelsmayer zog aus und zwar nach Dubai. Ein wenig Abenteuerlust spielte mit bei seiner Entscheidung, in Dubai Leiter des Institutes für Anaesthesia & Intensivmedizin am Al-Ain-Hospital in Al Ain/Vereinigte Arabische Emirate zu werden. Die Klinikordnung ist streng geregelt. Je nach Nationalität steht man hier in der Rangordnung ganz oben oder auch ganz unten: Jeder Bewohner der Emirate gilt als "Very Important Person". US-Amerikaner und britische Staatsbürger folgen ihnen in der Hackordnung. Menschen aus Nepal, Pakistan oder Afghanistan sind am unteren Ende der gesellschaftlichen Ordnung. Irgendwo dazuwischen werden Mitteleuropäer und damit auch Adelsmayer positioniert.

Dieser kommt in Teufels Küche, nachdem er eine Mitarbeiterbewertung durchführt, die nicht so ausfällt, wie sich das zwei arabische Ärzte vorstellen. Man wirft dem österreichischen Arzt Rassismus vor. Die Situation spitzt sich zu, als einige Zeit darauf ein Patient aus Pakistan verstirbt. Die von Adelsmayer bewerteten arabischen Ärzte werfen ihrem Kollegen vor, dessen Tod verursacht zu haben. Adelsmayer wird suspendiert, sein Pass eingezogen. Auch als seine in Österreich lebende Ehefrau schwer an Krebs erkrankt, darf Adelsmayer nicht aus Dubai ausreisen. Die Staatsanwaltschaft beantragt in dem mittlerweile eröffneten Prozess die Todesstrafe.

Im Oktober kehrt er zur Verhandlung nach Dubai zurück. Weihnachten 2011 verbringt er mit seiner Familie. Ende Januar 2012 verstirbt seine Frau. Der Prozess geht weiter, obwohl erwiesen ist, dass die Anklage auf einem gefälschten Gutachten beruht. Adelsmayr kehrt nun nicht mehr zu den Gerichtsverhandlungen nach Dubai zurück. Er muss sein Leben neu ordnen. In diesem Buch verarbeitet er seine Erlebnisse und versucht, sich zu sammeln, zur Besinnung zu kommen. In Dubai geht der Prozess gegen ihn weiter. Der Ausgang ist noch ungewiss.

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