20120621

Ian McEwan: "Amsterdam"

Was ist Moral? Und wie geht der einzelne damit um, wenn das Ego und die Lehre vom richtigen Handeln miteinander im Wettstreit liegen? Diese Frage stellt sich für Ian McEwans Helden, die in eine Situation geraten, in der ihre moralische Integrität auf die Probe gestellt wird. Der Komponist Clive verweigert einer in Not geratenen Frau seine Hilfe, um sich statt dessen der Inspiration zu einer Melodie für seine Sinfonie zu widmen. Sein Freund Vernon entschließt sich unter dem Deckmäntelchen der sozialen Gerechtigkeit kompromittierende Fotos, die die sexuellen Vorlieben eines rechtslastigen Politikers dokumentieren, zu veröffentlichen. Beide Helden können aber nicht wirklich von ihren moralischen Ausrutschern profitieren: Vernon erleidet ebenso Schiffbruch wie Clive.

Ian McEwan
Amsterdam
Diogenes, 212 Seiten.


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