20120621

Endlich lesen: die drei besten Buchtipps für Ihren Urlaub!

Tipp 1 Für Krimifans: „Aller guten Dinge sind vier“

Der wohl beste und aufregendste Fall von Stephanie Plum. Die Kopfgeldjägerin, die im Auftrag eines Kautionsbüros flüchtigen Ganoven hinterherjagt, heftet sich auf die Spuren einer jungen Frau: Maxine Nowicki hat eigentlich keinen Grund, vor ihrem Gerichtstermin davonzurennen. Schließlich kann die bisher unbescholtene Kellnerin für ihre Tat – sie hat das Auto ihres Ex-Freundes Eddie geklaut – mit einem milden Urteil rechnen.

Was für Stephanie ursprünglich wie ein Routinefall aussieht, entwickelt sich zu einem temporeichen Katz- und Maus-Spiel. Mit Eddie im Schlepptau jagt Stephanie wie bei einer Schnitzeljagd der Flüchtigen hinterher: Immer wieder tauchen verschlüsselte Botschaften Maxines auf. Was die seltsamen Buchstabenrätsel bedeuten, weiß Sally Sweet, ein Rockstar und mutmaßlicher Transvestit. Er lässt sich auch durch eine Serie von Gewalttaten nicht davon abhalten, Stephanie bei der Lösung dieses verzwickten Falles zu helfen. Unter Maxines Freunden und Verwandten häufen sich nämlich seltsame „Unfälle“.

Selbst Stephanie muss mit dem Schlimmsten rechnen und ausgerechnet Joe Morellis Hilfe annehmen. Der Polizist und allseits bekannter Herzensbrecher sorgt dafür, dass Stephanies Leben noch ein bisschen komplizierter wird.

„Aller guten Dinge sind vier“ ist ein temporeicher, gut erzählter Krimi: Er ist spannend, witzig und steckt voller Überraschungen. Die Serienheldin Plum geht herrlich unprofessionell ans Werk; ihre Helfer sind ebenso chaotisch wie liebenswert. Am Schluss werden die Guten und die Bösen fein säuberlich auseinandersortiert. Keine Frage! Janet Evanovich und Stephanie Plum leisten hier besonders gute Arbeit!

Janet Evanovich: Aller guten Dinge sind vier. Goldmann. Taschenbuch, 317 Seiten.

Tipp 2 Für Lateinamerika-Fans und Genussleser: „Fortunas Tochter“

In „Fortunas Tochter“ steht – wie in allen anderen Romanen Isabel Allendes – eine Frau im Zentrum des Geschehens: Allende erzählt die Geschichte der Eliza Sommer, eines Findelkindes, das im Haus von Rose Sommers und ihres Bruders Jeremy aufwächst. Ihre wohlbehütete Kindheit verbringt sie im chilenischen Valparaíso des 19. Jahrhunderts und bewegt sich dabei zwischen zwei völlig verschiedenen Welten: Bei der Indiofrau Mama Fresia lernt die kulinarisch außerordentlich begabte Eliza die Zubereitung der heimischen Gerichte, bei ihrer Adoptivmutter Rose das Benehmen, das in der Oberschicht von einer feinen Dame erwartet wird.

Es folgt eine Geschichte voller Liebe, Leidenschaft und Abenteuer: Eliza mit einem „Gedächtnis wie ein Schiffsbauch, in dem sich die Geschehnisse ihres ganzen Daseins häufen“ gelangt bis nach Kalifornien, wo der Goldrausch gerade seinen Höhepunkt erreicht. Ihre kulinarischen Talente und die in der Kindheit verhassten Klavierstunden helfen ihr beim Überleben

Die Chilenin Allende beeindruckt mit ihren lebendigen, farbenfrohen und stimmigen Beschreibungen des historischen Hintergrundes. „Fortunas Tochter“ ist einer jener Romane, die man einfach nicht mehr aus der Hand legen will, wenn man erst einmal mit dem Lesen begonnen habe. Isabel Allende in Höchstform!

Isabel Allende: Fortunas Tochter. Suhrkamp Verlag. Broschiert, 495 Seiten.

Tipp 3 Für Stephen- King-Fans und Freunde des Übersinnlichen: „Atlantis“

Bobby Garfield hat einen Freund: Ted Brautigan, sein Nachbar, kümmert sich um den Elfjährigen, der unter nicht besonders glücklichen Umständen bei seiner verwitweten Mutter aufwächst. Durch Ted lernt Bobby die Welt der Bücher kennen. Etwa den Roman „Herr der Fliegen“, das zu Stephen Kings Lieblingsbüchern zählt und das auch in „Atlantis“ seine literarischen Spuren hinterlässt (Bobby und seine Freundin Carol werden von einer Truppe hinterlistiger Kinder bedroht).

Auch Ted hat Probleme und mächtige Feinde. Außerirdische, seltsame, gefährliche Männer in senfgelben Mänteln, so versichert er Bobby, seien hinter ihm her. Was Bobby vorerst als Spinnerei abtut, entpuppt sich schließlich als real existierende Bedrohung. Die seltsamen Außerirdischen verändern das Leben in der scheinbar friedlichen Kleinstadt Harwich im Nordosten der USA.

Die wilden sechziger Jahre bilden den zeitlichen Rahmen für Kings Schreckensroman: Flower Power, Woodstock, der Vientnamkrieg und was eben sonst noch alles zu dieser verklärten Epoche dazugehört. In „Atlantis“ betrachtet King die Welt überzeugend aus den Augen eines Kindes. Ein Buch über die scheinbar unbeschwerte Zeit der Kindheit, über das Erwachsenwerden und den unausweichlichen Verlust von Illusionen.

Stephen King: Atlantis. Taschenbuch, 591 Seiten.

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