20120626

Clemens M. Hutter: IUVAVUM - Alltag im römischen Salzburg

Was wissen Sie über den Alltag in Iuvavum, dem römischen Salzburg? Clemens M. Hutter nimmt Sie in seinem gleichnamigen Buch mit auf eine spannende und äußerst kurzweilige Zeitreise ins Salzburg der ersten nachchristlichen Jahrhunderte, in eine Zeit, die von politisch begründeter Toleranz der Römer gegenüber den hier lebenden Kelten geprägt war. Die Keltinnen trugen bis in des 3. Jahrhundert unbeanstandet ihr „norische Haube“, heute weckt eine Muslimin mit Kopftuch Argwohn bis Verachtung.

Er erzählt über die Lebensqualität der Iuvavier anhand von Löhnen und Preisen, von den Erträgen aus der Landwirtschaft und von den Luxusimporten aus dem Orient. Und er nimmt uns mit auf einen Spaziergang durch die perfekte Fußgängerstadt Iuvavum, wir besuchen einen Markt, kehren bei einem Caupo ein und informieren uns über die römischen Koch- und Speisegewohnheiten und das „Liquamen“ – das römische Ketchup. Wir treffen Prostituierte und suchen öffentliche Bedürfnisanstalten auf, wir beobachten Politiker bei ihren Wahlkämpfen und erfahren, dass sie soziale Leistungen und „Circenses“ mit ihrem Vermögen bezahlen mussten. Um ihren Job risse sich heute kein Mensch mehr. Wir besuchen die Wohnhäuser der Reichen wie der Armen, sehen wie sie schlafen und essen und wie sich die Damen geschminkt haben und dafür von den Satirikern beißenden Spott ernteten. Hutter verweist darauf, dass Reichtum Spuren hinterlässt, Armut aber nicht. Trotzdem ist nachzuweisen, dass die „einfachen“ Salzburger zu Mozarts Zeit nicht besser lebten als ihre iuvavischen Urahnen. Schließlich erfahren wir, warum die römische Staatspost von Rom nach Iuvavum kaum länger brauchte als heute eine Postkarte ...

Clemens M. Hutter
IUVAVUM - Alltag im römischen Salzburg
176 Seiten, durchgehend farbig und s/w bebildert,
Hardcover, 21x24 cm, € 25,-, ISBN 978-3-7025-0666-7
www.pustet.at

In der römischen Provinz Noricum stach der Verwaltungsbezirk Iuvavum durch die größte Dichte an Gutshöfen und Mosaikböden heraus. Der Bezirk umfasste das heutige Land Salzburg ohne den Lungau, weiters gehörten der Attergau, das Innviertel westlich der Mattig, der Rupertiwinkel, der Chiemgau und Tirol südlich des Inn und östlich des Ziller dazu. Hier lebten Sklaven, die sich sogar teure Grabsteine leisten konnten. An der "römischen Tauernautobahn" blieben auf 29 Kilometern Strecke 15 Meilensteine erhalten – weltweit die mit Abstand größte Anzahl. Vor diesem Hintergrund lässt sich die Lebensqualität der Iuvavier anhand von Löhnen und Preisen, Erträgen der Landwirtschaft und auch Luxusimporten aus dem Orient abschätzen. Zudem sind Iuvavum und Noricum Musterbeispiele für die tolerante Integration der einheimischen Kelten in die römische Kultur und Wirtschaft. Eine spannende, bebilderte Nacherzählung des Alltags im römischen Salzburg anhand der reich vorhandenen archäologischen Schätze.

Der Autor:

Dr. phil. Clemens M. Hutter, geb. 1930, war Ressortchef für Außenpolitik bei den Salzburger Nachrichten, Publikationen zu historischen und ökologischen Themen. 45 Bücher mit den Schwerpunkten Sozialgeschichte der Ostalpen, Zeitgeschichte und Alpinistik. Verfasser zahlreicher Bildbände, Wander- und Themenführer im Verlag Anton Pustet.