20120621

Buchbesprechung: Salman Rushdie "Grimus"

„Grimus“ ist Salman Rushdies Debutroman aus dem Jahr 1975 - eine Übung in Fantasy und Science Fiction, ein phantasievolles, unbeschwertes Märchen, das bereits recht eindrucksvoll das Erzähltalent des britisch-indischen Autors beweist. Entstanden ist der Roman in einer Zeit, in der sich Rushdie noch als Werbetexter in London sein Brot verdiente. Erst ein Vierteljahrhundert später erschien das Buch erstmals auch auf Deutsch.

„Grimus“ erzählt die Geschichte des nordamerikanischen Indianers Flapping Eagle. Er wächst beim Stamm der Axona auf, der den Waisenjungen ebenso wie seine Schwester Bird-Dog als Außenseiter behandelt. Gestärkt von einem Trank, der ewige Unsterblichkeit garantiert, verläßt Bird-Dog eines Tages mit einem vorbeiziehenden Vertreter den Stamm. Auch Flapping Eagle kommt in den Genuß des ewigen Lebens. Nach 777 Jahren Wanderschaft wird die einst so begehrte Unsterblichkeit allerdings immer mehr zu einer Last. Auf der Suche nach seiner Schwester gerät Eagle in verschiedene alternative Realitäten. Bei diesen aufregenden Reisen verliert er nie das Ziel seiner Suche aus den Augen: Er will den Zauberer Grimus finden, seinen Schatten und Doppelgänger, der das Rätsels menschlicher Existenz zu lösen vermag.

Wie bei seinem späteren Roman „Mitternachtskinder“ vermengt Rushdie auch in „Grimus“ gekonnt die Mythen und Sagen verschiedener Kulturen zu einer faszinierenden Geschichte, die irgendwie in keine literarische Schublade zu passen scheint.

Fantasy-Faktor: 8 von 10 Punkten

Salman Rushdie
Grimus
Kindler, 383 Seiten.

Keywords: Buchbesprechung, Bücher, Buch, Fantasy, Rezension, Science Fiction, Rushdie


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