20120621

Buchbesprechung: J.R.R. Tolkien "Der Herr der Ringe"

J.R.R. Tolkiens Trilogie „Der Herr der Ringe“ ist längst zu einem Kultbuch geworden. Die von vielen Fans so heißgeliebten Romane spielen in der keltisch-germanischen Phantasiewelt „Mittelerde“, die von Hobbits, Menschen, Zauberern und dem bösen Herrscher von Mondor bevölkert wird. Das in sich geschlossene mythologische System seiner Trilogie beschert dem Werk Tolkiens bis heute eine Aufmerksamkeit, von der so manche weniger „phantastische“ Erfolgsautoren nur träumen können.

Tolkien war bereits in frühen Jahren von Sprachen fasziniert. Aus dieser Faszination erwuchs nicht nur sein Beruf als Linguist und Professor für Englische Literatur in Oxford, sondern auch sein privates Hobby, das Erfinden von Sprachen. Tolkien entwickelte seine ganz eigenen Ansichten über Mythen und ihr Verhältnis zur Sprache, auf die er dann seine Geschichten aufbaute. Dabei schuf er sehr erfolgreich die Illusion, daß seine Romane lediglich Übersetzungen alter Manuskripte seien. Manuskripte wie viele andere, die er in den langen Jahren seiner Tätigkeit als Linguist übersetzt und veröffentlicht hatte...

Tolkiens Idee war keineswegs neu: Viele Autoren verkauften und verkaufen ihre Phantasien als „wahre Geschichten“ aus einer längst vergangenen Zeit. Tolkien vermittelte diese Illusion allerdings so perfekt, wie es fast keinem Autor vor oder nach ihm gelang. Schließlich konnte er auf handfesten wissenschaftlichen Grundlagen aufbauen. Der 1892 in Südafrika geborene John Ronald Reuel Tolkien galt in der Fachwelt als anerkannter Sprachforscher. Beruflich interessierte er sich vor allem für das Angelsächsische und dessen Beziehungen zu den verwandten Sprachen Altnordisch, Althochdeutsch und Gothisch. Tolkiens heutigen Fans schätzen vor allem seine linguistischen Kenntnisse von „Mittelerde“: Schließlich ist Tolkien nach wie vor der einzige, dem eine Übersetzung der Sprache dieses phantastischen Reiches gelungen ist...

Fantasy-Faktor: 10 von maximal 10 Punkten


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